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Je tiefer gebohrt wird, desto mehr nehmen die Gefahren zu. Das wissen wir alle. Weil das Öl-Gas-Gemisch extrem heiß ist und der Druck immer mehr ansteigt, macht es also einen gewaltigen Unterschied, ob 2 000 oder 7 000 Meter unter dem Meeresspiegel gebohrt wird. Und während die USA nach Deepwater Ölbohrungen in der Tiefsee eine Zeitlang gestoppt haben, fängt der Offshore-Boom in anderen Teilen der Welt ja erst richtig an. Da ist man dann bereit, in immer neue Tiefen vorzudringen – ein gefährliches Experiment also, ein Spiel mit dem Feuer, das beispielsweise Brasilien vorhat.
Unfälle – egal, ob Tankerunfälle oder absinkende Ölplattformen – sind zwar spektakulärer und führen mit monströsen Ölteppichen die Ölverpestung deutlich vor, indes sind sie aber nicht für das Gros der Ölverschmutzung verantwortlich. Dafür reichen schon der Normalbetrieb von Offshore-Anlagen und der Schiffsverkehr. Wenn wir also über die Sicherheit von Offshore-Ölförderstellen reden, dann sollten wir uns auch Gedanken machen, die Umweltbelastung im Normalbetrieb von Ölförder- und -produktionsanlagen zu verringern.
Was nutzen schließlich die besten internationalen Richtlinien, Normen und Praktiken, wenn diese dann doch nicht befolgt werden? Wenn wir die Sicherheit bei Offshore-Anlagen erhöhen wollen, müssen wir also auch über die Kontrolle reden und uns diesbezüglich Gedanken machen.
Es ist bekanntlich schwierig, hinsichtlich der Verbringung von Haustieren die Balance zwischen unbürokratischer Reisefreiheit und dem Tierschutz zu gewährleisten. Allzu leicht umgehen Massentierzüchter aus osteuropäischen Ländern strenge Import-, Handels- und Tierschutzvorschriften. Da werden dann billige Rassewelpen angeboten, dabei sind unsere Tierheime jetzt schon überfüllt mit geschmuggelten, ungeimpften und nicht registrierten Jungtieren – zumeist Hundewelpen aus osteuropäischen Ländern, die ja auch viel zu früh ihren Müttern entrissen werden.
Der mangelnde Impfschutz beschert uns überdies in den Ländern, in denen die geschmuggelten Tiere dann über das Internet oder auch brutal aus dem Kofferraum heraus verscherbelt werden, eine Zunahme an Krankheiten, die im Westen schon längst ausgerottet erschienen. Und um diesen Schwarzmarkt mit seinen geschätzten 300 Mio. EUR Jahresgewinn auszutrocknen, bedarf es einer ernsthaften europaweiten Bekämpfung des Tierschmuggels. Und es bedarf härterer Strafen für Welpenschmuggel bzw. für Tierquälerei. Hier gilt es also sehr genau abzuwägen, damit nicht im Namen des braven reisefreudigen Tierhalters, die Hintertür für tierquälerische Welpenschmuggler ganz aufgestoßen wird.
Nach den jüngsten Katastrophen soll also nunmehr in Bangladesch gleich eine Reihe von Reformen durchgeführt werden. Von Sicherheitsbestimmungen über Mindestlohn bis hin zu gewerkschaftlicher Vertretung soll alles besser werden. Inwieweit diesen Ankündigungen dann tatsächlich Taten folgen, werden wir ja sehen. Unzureichende Sicherheitsstandards und schlechte Arbeitsbedingungen sind indessen nicht nur auf Bangladesch beschränkt, das wissen wir, und auch nicht allein auf die Bekleidungsbranche. Man denke nur an den jüngsten Dacheinsturz einer Fabrik in Kambodscha.
Das Abkommen, welches 37 internationale Unternehmen hinsichtlich Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch unterzeichnet haben, könnte einen Wendepunkt darstellen, wenn es tatsächlich juristisch durchsetzbar ist und die Kontrollmechanismen funktionieren und wenn nicht nur europäische, sondern auch US-Handelsketten mitmachen. Diesbezüglich sollte Brüssel Überzeugungsarbeit leisten und auch die USA an Bord holen. Es geht nicht an, dass multinationale Konzerne Billiglohnländer unter Druck setzen, zulasten der dort arbeitenden Menschen und nur um der eigenen Gewinnmaximierung willen.
Es wurde ja mehrfach betont, wie wichtig und wie bedeutend die Alpen sind. Wir sollten uns vergegenwärtigen, dass die Alpen das einzige Hochgebirge auf diesem Planeten sind, das im Lauf der Geschichte völlig durchbesiedelt wurde – bis in die Regionen, die bereits menschenfeindlich sind, bis in die höchsten Regionen – und dass vor allem die bäuerliche Besiedlung und die Landwirtschaft in den Alpen ein besonderer Faktor sind.
Nun ist es so, dass in den letzten Jahrzehnten durch soziale Entwicklungen, aber auch durch Umweltentwicklungen die bäuerliche Besiedlung eher zurückgeht und die Nutzung der Alpenregionen für die Landwirtschaft immer geringer wird. Das hat aber auch und besonders auf die Umweltsituation besondere Auswirkungen, da die bäuerliche Besiedlung der Alpen eben auch in erster Linie Landschaftsschutz bedeutet hat. Wir müssen also, um gerade in Zeiten des Klimawandels hier den Landschaftsschutz, den Umweltschutz weiter zu betreiben, vor allem die bäuerliche Besiedlung der Alpen erhalten und fördern und den Tendenzen zur Landflucht entgegentreten.
Die Bergbauern sind in den Alpen ein wesentliches kulturelles Element. Das gilt es auch im Zuge einer makroregionalen Strategie zu schützen.